Ende des Microsoft Internet Explorers 11 und die Auswirkungen für SAP Anwender

Was Sie jetzt wissen sollten

Am 15.6.2022 hat Microsoft das endgültige Ende des Internet Explorers 11 (IE11) vollzogen.

Dies wurde schon lange angekündigt und nun ist der Zeitpunkt erreicht. Da der IE11 in vielen Firmen spätestens jetzt als sicherheitskritische Komponente eingestuft wird sollte/darf man ihn nicht mehr nutzen. Leider wird der IE11 aber von vielen SAP Anwendungen noch als Standard HTML Control aufgerufen.

 

Grundsätzlich bedeutet dies:

  • Der Internet Explorer kann nicht mehr als eigenständige Anwendung gestartet werden. Stattdessen wird Edge gestartet.
  • Edge kann weiterhin den Internet-Explorer-Modus ausführen, um mit den Funktionen kompatibel zu bleiben, die Edge nicht unterstützt (wie ActiveX).
  • Das Internet-Explorer-Control (mshtml.dll / trident engine) wird weiterhin unterstützt und funktioniert weiterhin.
  • Ursprünglich hätte das Starten eines externen Browserfensters aus dem Internet-Explorer-Control (mshtml.dll) Microsoft Edge mit funktionalen Einschränkungen geöffnet (siehe unten – Punkt 3). In einem Update hat Microsoft dies jedoch angepasst und auch nach dem Ende des Supports wird es möglich sein, externe Internet-Explorer-Fenster aus dem Internet-Explorer-Control zu öffnen, und dass dies weiterhin unterstützt wird.

Was müssen SAP Anwendungsunternehmen beachten?

Die Auswirkungen der Verwendung von Browsern/Browser-Controls durch SAP GUI for Windows wird in der entsprechenden SAP Note aufgezeigt https://launchpad.support.sap.com/#/notes/3058309
(End of support for Internet Explorer by Microsoft – impact on SAP GUI for Windows).

Zusammengefasst: Die Aufhebung der Unterstützung des Internet Explorers hat tatsächlich funktionale Auswirkungen auf SAP GUI for Windows, wenn SAP GUI eingebettet in Internet Explorer verwendet wird

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen die Nutzung von SAPGUI 7.70 mit dem aktuellen Patchlevel (zum Zeitpunkt dieses Artikels war dies Patchlevel 7). Ab Patchlevel 4 und installierter WebView2 Komponente von Microsoft (Download Link: https://developer.microsoft.com/en-US/microsoft-edge/webview2/#download-section ) kann man dann in den Optionen des SAPGUI 7.70 vom Internet Explorer Control auf das Edge Control umstellen.

Bildmodul
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Wenn dann eine Anwendung genutzt wird, die vorher das Internet Explorer Control genutzt hat, startet jetzt eine Edge Runtime und zeigt den Inhalt an. Ansonsten werden natürlich alle SAP Anwendungen weiterhin das Internet Explorer Control verwenden bis zu einem bestimmtem Patchlevel, ab dem SAP den Standard Aufruf ändert. Details aus der Note 1672817 sehen aktuell so aus:

Zusätzlich kündigte SAP das Ende der Unterstützung von „Internet Explorer 11“, einschließlich „Internet Explorer 11-Modus von Microsoft Edge“ für SAPUI5, SAP Fiori Launchpad, Web Dynpro ABAP, SAPGUI for HTML, WebClient UI, und NWBC for HTML an: 

  • SAP_UI 7.56 (Web Dynpro ABAP, NWBC for HTML) unterstützt IE11 nicht mehr.
    • Die letzte Version, die IE11 noch unterstützt, ist SAP_UI 7.55 (Wartungsende 31.12.2023).
  • Die SAPUI5-Version 1.88 (2104) unterstützt IE11 nicht mehr.
  • SAP GUI for HTML in SAP S/4HANA Cloud 2105 und höher unterstützt IE11 nicht mehr.
  • Der Frontend-Server 2021 unterstützt IE11 nicht mehr.
    • Der letzte Frontend-Server mit IE11-Unterstützung ist FES 2020 (Wartungsende 31.12.2023).
  • Der SAP Theme Designer unterstützt IE11 nicht mehr in allen Releases.
  • SAP WebClient UI unterstützt IE11 nicht mehr in S/4HANA Cloud 2105, S/4HANA 2021 oder neuer.

Bitte beachten

Da die Edge Runtime auf der Chromium Engine basiert, unterliegt sie auch den gleichen Anforderungen an Zertifikate für https Verbindungen. Es ist also wichtig, dass die Zertifikate von HTTPS Verbindungen gültige SAN Zertifikate sind, die keine Fehlermeldungen im Browser mehr produzieren. Während der IE11 da noch sehr nachgiebig reagiert hat, gibt es in Edge in diesen Fällen Darstellungsprobleme. Es ist also genau der richtige Zeitpunkt, um sich um „ordentliche“ Zertifikate zu kümmern, die von einer firmeneigenen CA oder sogar von einer öffentlichen CA signiert worden sind.

Ein positiver Nebeneffekt dieser Sache ist auch, dass die Browser bei Zertifikatsfehlern kein Caching aktivieren, da dieses Verhalten zu Performanceeinbrüchen führen könnte.

Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf kommen Sie gerne auf uns zu.

Kontakt

Lars Sander
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