Heimspiel KI im Volksparkstadion – Rückblick auf die AI Reality Tour Hamburg

Fast 100 Teilnehmende, ein Nachmittag im Volksparkstadion, vier Praxisberichte und eine Moderatorin, die es gar nicht gibt. Am 10. September haben wir gemeinsam mit Qlik die AI Reality Tour nach Hamburg geholt – und damit gleichzeitig unsere eigene Reihe Heimspiel KI eröffnet.

Der Name war Programm. Reality Tour, nicht Zukunftsvision. Es ging nicht darum, was KI in fünf Jahren können wird, sondern darum, was in Unternehmen heute schon produktiv läuft – und woran es scheitert, wenn es nicht läuft.

Wer dabei war, kennt die Antworten schon. Für alle anderen haben wir den Nachmittag hier zusammengefasst. Die Eventseite mit Programm und Referenten bleibt online.

Teilnehmende der AI Reality Tour Hamburg im Vortrag – Blick auf Bühne und Innenraum des Volksparkstadions

Warum ein Stadion

Die Wahl der Location war kein Gag. Ein Stadion zwingt zu einer anderen Haltung als ein Konferenzraum: Man sitzt nicht in einer Reihe und hört zu, man bewegt sich, man kommt ins Gespräch. Und der Blick über den Rasen sorgt verlässlich dafür, dass niemand nebenbei E-Mails beantwortet.

Deshalb bleibt es dabei: Die Reihe Heimspiel KI findet bewusst immer in Stadien statt. Zur Veranstaltung gehörte eine Stadiontour durch den Spielertunnel bis an den Rasen – für viele der Moment des Nachmittags.

Vier Praxisberichte im Rückblick

From Data to Departure – Deutsche Lufthansa AG

Den ausführlichsten Praxisbericht lieferten Kim Weisshaar und Marvin Rill unter dem Titel „From Data to Departure: Runway Intelligence with Qlik“. Wertvoll war weniger die Technologie als der Kontext: operative Flugplanung, ein Umfeld mit harten Anforderungen an Verlässlichkeit, in dem eine falsche Auskunft konkrete Folgen hat. Genau dort zeigt sich, ob eine Datenbasis trägt.

The Journey of Data and AI – HSV

Dr. Sebastian Flegr, Direktor Strategie, Innovation & Digital beim HSV, sprach im eigenen Haus über den Weg des Vereins mit Daten und KI – von digitalen Touchpoints mit Fans bis zur Nutzung von Daten entlang der Wertschöpfungskette. Ein Punkt blieb hängen: Auch ein Bundesligist ringt mit denselben Grundfragen wie ein Industrieunternehmen. Wem gehören die Daten, wer pflegt sie, und wer entscheidet, welcher Zahl geglaubt wird.

Anpfiff für Agentic Analytics – cimt

Dr. Philip Joschko aus unserem Team hat gezeigt, wie ein agentischer Workflow von der erkannten Schwäche zur umgesetzten Maßnahme kommt. Der Untertitel beschreibt das Prinzip präziser als jede Folie: agentisch gebaut, menschlich freigegeben. Der Agent analysiert, schlägt vor und bereitet auf. Die Entscheidung bleibt beim Menschen – nicht als Feigenblatt, sondern als modellierter Schritt im Prozess. Mehr zur Mechanik dahinter findest du in unserem Beitrag zu Agentic AI im Unternehmen.

Die Lücke zwischen Strategie und Umsetzung – Qlik

Jan Wetzke, Sales Director DACH bei Qlik, schloss mit dem Thema, das den ganzen Nachmittag durchzog: der Abstand zwischen einer beschlossenen AI-Strategie und dem, was am Ende produktiv läuft. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Agenten, die auf einer verlässlichen Datengrundlage arbeiten – vom Kontext über Governance bis zum kontrollierten Betrieb.

Was das Publikum wissen wollte

Über den Nachmittag sind 19 Fragen eingegangen – anonym, über ein Formular, direkt in einen n8n-Workflow. Drei Themen dominierten.

Verantwortung für KI-Ergebnisse. Gleich mehrere Fragen zielten auf dieselbe Stelle: Wer entscheidet künftig, ob ein KI-Ergebnis sinnvoll ist? Und welches Team steht gerade, wenn eine agentische Auswertung falsch liegt? Das ist keine technische Frage, sondern eine organisatorische – und sie kam von Menschen, die genau wissen, dass sie sie im eigenen Haus beantworten müssen.

Der Weg dorthin. Auffällig oft ging es nicht um das Ziel, sondern um den Anfang: Wie sah die gemeinsame Reise mit den vorgestellten Unternehmen aus? Wie habt ihr angefangen? Gibt es einen erprobten Ansatz, ein Unternehmen genau dort abzuholen, wo es in der AI Journey tatsächlich steht?

Kosten und Wirtschaftlichkeit. Wie entwickeln sich die Kosten für Rechenleistung? Lässt sich Projekterfolg auch als ROI messen statt nur als Genauigkeit? Zwei Fragen, die zeigen, dass die Zuhörerschaft über die Begeisterungsphase hinaus ist.

Dazu kamen sehr konkrete Themen aus der Praxis – von der Frage, wie KI eine Betriebsratsgenehmigung unterstützen kann, bis zur Datensicherheit, wenn mehrere Modelle über einen MCP-Server auf dieselben Systeme zugreifen.

Ida – die Moderatorin, die keine Kollegin ist

Durch den Nachmittag führte Ida. Ida ist kein Mensch, und wir haben daraus kein Geheimnis gemacht: Ihr Gesicht und ihre Lippenbewegungen entstehen bei HeyGen, ihre Stimme bei ElevenLabs, ihre Texte mit Claude von Anthropic. Zusammengesetzt, instruiert und redigiert wurde sie von uns.

Der interessantere Teil war ihr Abschlussbeitrag. Der entstand nicht vorab, sondern am Veranstaltungstag selbst – aus genau den Fragen, die das Publikum über den Nachmittag eingereicht hat. Die liefen in eine Datentabelle, wurden dort zu Themen verdichtet und daraus ihr Schlusswort erzeugt, live in einem n8n-Workflow.

Was sie kann, war zu sehen. Was sie nicht kann, ebenfalls. Beides war beabsichtigt.

Was wir mitnehmen

Über alle vier Beiträge hinweg zog sich derselbe rote Faden, und er hat wenig mit Modellen zu tun:

  • Der Engpass liegt selten im Modell. Er liegt in den Daten, den Schnittstellen und in der Frage, wer für ein Ergebnis geradesteht.
  • Pilot ist nicht gleich Produktion. Fast jeder im Raum hatte einen funktionierenden Prototyp. Die spannenden Gespräche drehten sich um das, was danach kommt.
  • Governance ist kein Bremsklotz, sondern die Voraussetzung. Ohne geklärte Rechte und nachvollziehbare Entscheidungen gibt es keine Freigabe für den produktiven Einsatz.
  • Der Austausch schlägt den Vortrag. Der längste Teil des Abends war das Networking – und dort wurden die konkretesten Fragen gestellt.
Das cimt Team beim Hände-Stapel vor dem Start der AI Reality Tour Hamburg

Der nächste Anpfiff – Frankfurt

Heimspiel KI geht weiter. Nächster Termin ist der 25. November 2026 im Stadion von Eintracht Frankfurt, diesmal gemeinsam mit Camunda. Danach folgen Berlin Anfang 2027 und Düsseldorf.

Das Format bleibt: echte Projekte, ein Blick hinter die Kulissen, und ausreichend Zeit für Gespräche. Hier geht es zur Anmeldung.

cimt Schriftzug als 3D-Buchstaben vor dem Innenraum des Volksparkstadions

Hinweis: Dieser Beitrag ist mit Unterstützung von KI entstanden. Inhalte, Struktur und fachliche Bewertung stammen aus der Projektpraxis von cimt; redaktionelle Prüfung und Freigabe erfolgen durch die Autorinnen und Autoren.

Kontakt

Rouven Homann, Vorstand cimt Gruppe
Rouven HomannVorstand cimt Gruppe

Workbook „Agentic AI im Enterprise“

Architektur, Governance und Betrieb agentischer Workflows – mit Self-Readiness-Check über sechs Dimensionen und 90-Tage-Roadmap. Alle Teilnehmenden haben es gedruckt mitbekommen.

Du warst nicht dabei? Melde dich bei mir, dann schicke ich es dir zu – oder fordere es direkt an.

Heimspiel KI in Frankfurt – live erleben

Am 25. November zeigen wir im Stadion von Eintracht Frankfurt, wie aus KI-Piloten produktive Prozesse werden – mit echten Projekten, Praxisberichten und Networking. Gemeinsam mit Camunda. Teilnahme kostenfrei, Plätze begrenzt.

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