
Sie möchten mehr über die vier Säulen des SAP BTP Guidance Frameworks erfahren?
Im ersten Teil unseres Blogbeitrags SAP BTP Guidance Framework haben wir gezeigt, warum das SAP BTP Guidance Framework entscheidend für eine erfolgreiche Cloud-Transformation ist. In diesem Beitrag gehen wir einen Schritt weiter und zeigen, wie das Framework konkret aufgebaut ist.
Das SAP BTP Guidance Framework ist quasi das „Navigationssystem“ für Architekten, Entwickler und IT-Entscheider, die mit der SAP Business Technology Platform (BTP) arbeiten.
Da die BTP riesig ist und hunderte von Services bietet, hat SAP dieses Framework geschaffen, um sicherzustellen, dass Unternehmen ihre Anwendungen nach Best Practices bauen – stabil, sicher und zukunftssicher.
Hier ist die Übersicht, was genau dahintersteckt:
Die Kernziele des Frameworks
Das SAP BTP Guidance Framework besteht offiziell aus einer Vielzahl von Guide(lines), Methodologien und Referenzarchitekturen. Für die Praxis lässt es sich jedoch gut in vier zentrale Views strukturieren: Architektur, Entwicklung, Betrieb und Sicherheit.
BTP Developer’s View
Fokus auf Programmierung (z.B. CAP, RAP), Tools und Sprachen.
BTP Architecture View
Hilfe bei der Auswahl der richtigen Services und dem Design von Cloud-Architekturen.
BTP Operations View
Alles rund um Monitoring, Lifecycle-Management und den laufenden Betrieb.
BTP Security View
Fokus auf Identitätsmanagement, Verschlüsselung und Compliance.
Warum ist das wichtig?
Früher wurden Anpassungen, Erweiterungen und AddOns oft direkt im SAP-System (im „Core“) vorgenommen. Das führte bei Updates zu massiven Problemen. Mit dem Guidance Framework zeigt SAP, wie man diese Logik auf die BTP auslagert, ohne die Performance oder Sicherheit zu gefährden. Es ist also die methodische Grundlage für eine erfolgreiche Business Transformation.
Stellen Sie sich den SAP BTP Developer’s View nicht als trockenes Handbuch vor, sondern als das ultimative „Kochbuch“ für moderne SAP-Entwicklung. Sie liefert die Antwort auf die kritische Frage: „Wie bauen wir heute eine App, die auch nach dem zehnten S/4HANA-Update noch reibungslos funktioniert?“
Der Guide definiert den sogenannten „Golden Path“ – eine bewährte Route durch den Dschungel an Frameworks und Tools.
Standardisierte Programmiermodelle (CAP & RAP):
Statt „Wild-West-Coding“ setzt der Guide auf klare Strukturen. Ob Java/Node.js mit dem Cloud Application Programming Model (CAP) oder ABAP-basierte Cloud-Apps mit dem RESTful ABAP Programming Model (RAP), Ihre Entwickler nutzen industrielle Standards statt individueller „Bastellösungen“ bevor der User sie bemerkt.
Eingebaute „Enterprise Qualities“:
Eine App ist erst dann gut, wenn sie im Unternehmensalltag besteht. Der Guide liefert fertige Blueprints für Sicherheit (Authentifizierung), Multitenancy (Mandantenfähigkeit) und Observability (Fehlerdiagnose). Das Rad muss nicht jedes Mal neu erfunden werden.
CI/CD als fester Bestandteil
Der SAP Continuous Integration and Delivery Service stellt einen Golden Path für Kunden und Partner bereit, die SAP-spezifische Szenarien entwickeln: Mit vorkonfigurierten, schnell einsetzbaren Pipelines
Kategorische Side-by-Side Extensibility:
Hier wird das „Clean Core“-Prinzip lebendig. Der Guide zeigt exakt, wie Sie S/4HANA erweitern, ohne eine einzige Zeile Code im Kernsystem zu ändern.
Der Golden Path ist bewusst „opinionated„. Er schränkt Wahlmöglichkeiten ein, um um einen einheitlichen Standard zu etablieren.
Der konkrete Mehrwert für Ihr Unternehmen:
Praxis-Tipp unserer Berater:
Der „Golden Path“ ist keine Einschränkung Ihrer Kreativität, sondern eine Abkürzung. Wer sich an die CAP/RAP-Standards hält, reduziert die technische Schuld von morgen signifikant. Nutzen Sie das SAP Business Application Studio, um diese Standards quasi „out-of–the-box“ zu erzwingen.
Während sich die Developer’s View auf das „Wie baue ich eine App“ konzentriert, ist die SAP BTP Architecture View das strategische Gegenstück. Sie beantwortet die entscheidende Frage: „Wie entwerfen wir eine zukunftssichere IT-Landschaft, die nicht im Cloud-Wildwuchs endet?“
Sie bietet Architekten nicht nur graue Theorie, sondern konkrete Entscheidungshilfen (Decision Guides) und technische Blaupausen (Reference Architectures).
Fundierte Technologieauswahl (Decision Guides):
Schluss mit Bauchgefühl-Entscheidungen. Der Guide liefert klare Kriterien: Wann ist eine In-App-Erweiterung im S/4HANA sinnvoll? Wann nutzen wir die SAP Integration Suite und wann das SAP Event Mesh? Wann greifen wir zu SAP Build (No-Code) statt zu SAPUI5 (Pro-Code)?
Referenzarchitekturen (Blueprints):
Warum das Rad neu erfinden? Der Guide bietet „fertige Rezepte“ für komplexe Szenarien – vom Aufbau eines modernen Identity & Access Managements bis hin zur sicheren Anbindung von On-Premise-Systemen via Cloud Connector.
Bewährte Domänen-Methoden (ISA-M & Co.):
Der Guide integriert etablierte Methoden und Industriestandards, um Architekturentscheidungen nicht nur technologisch, sondern auch methodisch abzusichern. Statt isolierter Einzellösungen erhalten Unternehmen strukturierte Ansätze für Integration, Erweiterbarkeit und datengetriebene Innovationen.
Eine Übersicht der wichtigsten Methodiken – wie ISA-M, AEM oder Data & Analytics Advisory – finden Sie in dem nachstehenden Absatz.
Enterprise Governance & Kostenkontrolle:
Architektur endet nicht beim Diagramm. Der Guide zeigt, wie Sie Global Accounts, Subaccounts und Directories so strukturieren, dass Sie jederzeit die volle Kontrolle über Berechtigungen und Cloud-Verbräuche behalten.
Der Integration Solution Advisory Methodology (ISA-M) ist darauf ausgelegt, die Konzeption und Implementierung hybrider Integrationsplattformen zu beschleunigen. Die SAP Application Extension Methodology (AEM) bietet einen strukturierten, technologie-agnostischen Ansatz, um eine unternehmensspezifische Erweiterungsstrategie zu definieren. Die SAP Data and Analytics Advisory Methodology bietet Orientierung bei der Konzeption und Validierung von Lösungsarchitekturen für datengetriebene Business-Innovationen. Die SAP Future Ready Enterprise-Methodik deckt SAP BTP Architecture, Adoption, Best Practices und die strategische Weiterentwicklung der Plattform ab.
Der konkrete Mehrwert für Ihr Unternehmen:
Praxis-Tipp unserer Berater:
„Wildwuchs“ auf der BTP entsteht oft schleichend durch isolierte Projektentscheidungen. Etablieren Sie ein Center of Excellence (CoE), das den Architecture Guide als verbindliche Richtlinie nutzt. Wer heute 10 % mehr Zeit in die saubere Architektur-Planung steckt, spart später 90 % der Kosten für mühsame Konsolidierungsprojekte.
Viele Unternehmen konzentrieren sich auf das „Bauen“ (Development), vernachlässigen aber das „Betreiben“. Die SAP BTP Operations View schließt diese Lücke. Sie ist das Handbuch für die Zeit nach dem Go-Live (Day-2 Operations) und stellt sicher, dass Ihre Lösungen stabil, performant und kosteneffizient laufen.
Sie richtet sich primär an Cloud-Administratoren, Plattform-Verantwortliche und DevOps-Teams.
Monitoring & Observability:
Behalten Sie den „Gesundheitszustand“ Ihrer Apps im Blick. Der Guide zeigt, wie Sie SAP Cloud ALM, den SAP Alert Notification Service oder externe Tools nutzen, um Fehler zu finden, bevor der User sie bemerkt.
Lifecycle Management & Transport:
Wie kommen Änderungen sicher in die Produktion? Erfahren Sie alles über das SAP Cloud Transport Management (cTMS) und Best Practices für automatisierte CI/CD-Pipelines.
Administration & Automation:
Vermeiden Sie manuelle Fehlerquellen. Nutzen Sie den SAP Automation Pilot für Routineaufgaben (z. B. automatisierte Neustarts bei Fehlern) und verwalten Sie Subaccounts und Quotas effizient.
Cost Management:
Verhindern Sie die „Cloud-Kosten-Falle“. Der Guide gibt Ihnen Werkzeuge an die Hand, um den Ressourcenverbrauch (Consumption) laufend zu überwachen und Budgets einzuhalten.
Der konkrete Mehrwert für Ihr Unternehmen:
Praxis-Tipp unserer Berater:
Cloud-Betrieb ist kein „Nebenprodukt“ der Entwicklung. Etablieren Sie frühzeitig ein FinOps-Mindset. Wer weiß, welcher Service welche Kosten verursacht, kann die BTP nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich steuern.
Sicherheit ist kein Feature, das man am Ende „drüberstreut“, sondern eine fundamentale Architekturentscheidung. Die SAP BTP Security View ist die entscheidende vierte Säule des Frameworks. Sie basiert auf dem Shared Responsibility Model: Dieses allgemeine Cloud-Sicherheitsframework beschreibt mit drei Ebenen, wer für welchen Teil der Sicherheit zuständig ist:
Ebene 1 — Infrastrukturanbieter (Hyperscaler: AWS, Azure, GCP)
Ebene 2 — SAP (Plattform)
Ebene 3 — Partner / Kunde (Anwendungen & Daten)
Identity & Access Management (IAM):
Das Herzstück der Sicherheit. Wer darf was? Der Guide erklärt die Anbindung von Identity Providern (z. B. Azure AD via SAP Cloud Identity Services) und die sichere Rollenverwaltung.
Datensicherheit & Datenschutz (GDPR/DSGVO):
Schützen Sie Ihre wertvollste Ressource. Erfahren Sie Best Practices für die Verschlüsselung („Data-at-Rest“ & „Data-in-Transit“) und die Nutzung des SAP Personal Data Manager.
Netzwerk- & Infrastruktursicherheit:
Sichern Sie die Kommunikationswege ab. Ob via SAP Cloud Connector (der sichere Tunnel) oder Private Link Service zu Hyperscalern – Ihre Daten fließen nicht ungeschützt über das öffentliche Internet.
Application Security (Secure by Design):
Sicheres Coding von Anfang an. Der Guide zeigt, wie Sie moderne Standards wie OAuth 2.0 und OpenID Connect nutzen und Code vor dem Live-Gang auf Schwachstellen prüfen.
Der konkrete Mehrwert für Ihr Unternehmen:
Praxis-Tipp unserer Berater:
Nutzen Sie von Tag 1 an die SAP Cloud Identity Services. Sie sind der „Sicherheits-Hub“ zwischen Ihrer IT-Welt und der SAP-Cloud. Wer hier spart, baut sich später komplexe Schnittstellen, die schwer zu warten und anfällig für Fehler sind.
Die SAP Business Technology Platform ist das Herzstück jeder modernen SAP-Strategie. Doch ohne die richtigen Leitplanken wird aus Flexibilität schnell unkontrollierter Wildwuchs und aus Innovation eine technologische Sackgasse.
Das SAP BTP Guidance Framework bietet Ihnen genau die Struktur, die Sie für eine erfolgreiche Transformation benötigen:
Wer diese vier Säulen von Anfang an in seine Projektplanung integriert, baut Anwendungen, die nicht nur heute funktionieren, sondern auch die S/4HANA-Updates der nächsten zehn Jahre mühelos überstehen.
Theorie ist gut, Praxis ist besser. In unserem „BTP Guidance Workshop“ erarbeiten wir gemeinsam mit Ihren Architekten und Entwicklern die passenden Leitplanken für Ihre Transformation. Vereinbaren Sie dafür einfach einen Termin mit uns.
Marius Richter
Telefon: +49 (0)40 53302-0
E-Mail: Marius.Richter@cimt-ag.de
Michael Neuenstadt
Telefon: +49 (0)40 53302-0
E-Mail: Michael.Neuenstadt@cimt-ag.de
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