SAP Edge Integration Cell

Die hybride Zukunft der SAP-Integration – strategisch, sicher, skalierbar

Viele SAP-Kunden stehen aktuell vor einer zentralen Frage: Wie gelingt der Wechsel von SAP PI/PO zur SAP Integration Suite, ohne sensible Daten, kritische Prozesse oder bestehende Betriebsmodelle vollständig in die Cloud zu verlagern? 

SAP PI/PO erreicht 2027 das End-of-Life (Ende des Mainstream-Supports). Die Migration ist damit keine strategische Option mehr – sie wird zur Pflichtaufgabe. Genau in diesem Spannungsfeld positioniert SAP die Edge Integration Cell (EIC) als neue hybride Laufzeitumgebung innerhalb der SAP Integration Suite. 

Kernidee der Edge Integration Cell 

Cloud-Governance und Design kombiniert mit lokaler Datenverarbeitung und Ausführung. Geschäftskritische Daten verlassen das eigene Netzwerk nicht. 

Was ist die SAP Edge Integration Cell?

Die SAP Edge Integration Cell ist eine lokale Runtime-Komponente der SAP Integration Suite. Sie ermöglicht die Ausführung von Integration Flows, APIs und Events direkt im eigenen Rechenzentrum oder Kubernetes-Cluster – während Design, Monitoring, Governance und Lifecycle-Management zentral über die SAP BTP gesteuert werden. 

 Wichtig für die Planung: Die EIC benötigt eine gesicherte Verbindung zur SAP BTP für die Management Plane (die Steuerungsebene). Ein vollständig offline betriebenes Szenario ist als begrenzte Offline-Verfügbarkeit von bis zu 4 Stunden für Business Continuity-Szenarien bereits möglich. SAP plant zudem, den Offline-Modus auf 48 Stunden zu erweitern. 

Aufgabenverteilung zwischen SAP BTP (Cloud) und Edge Integration Cell (On-Premise):

SAP Integration Suite (BTP) Edge Integration Cell
Design & Modellierung Runtime / Message Processing
Monitoring & Alerting Datenhaltung & Datenschutz
Governance & Lifecycle API-Ausführung & Flow-Verarbeitung
Deployment-Steuerung Lokale Systemanbindung (OT, ERP, Legacy)

Architektur der Edge Integration Cell

Technisch basiert die EIC auf einer modernen, containerisierten Architektur. Kernbestandteile sind ein Kubernetes-Cluster, API-Gateway-Komponenten, eine Eventing-Anbindung sowie lokale Processing Engines für die iFlow-Ausführung. SAP unterstützt zertifizierte Kubernetes-Distributionen – darunter Red Hat OpenShift und SUSE RKE2; die jeweils aktuell freigegebenen Versionen sind der SAP Product Availability Matrix (PAM) zu entnehmen. 

Die Kommunikation zur SAP BTP erfolgt ausschließlich über abgesicherte Verbindungen (HTTPS/mTLS). Management-seitig werden Deployment, Monitoring und Konfiguration vollständig aus der Cloud gesteuert. Ein vollständig offline betriebenes Szenario ist architekturbedingt nicht vorgesehen – die Verbindung zur BTP für die Management Plane muss dauerhaft bestehen. 

API & Flow Processing 

Der Kern der lokalen Verarbeitung liegt in der iFlow-Runtime: Integration Flows werden zentral in der SAP Integration Suite designed und deployed, laufen aber vollständig im eigenen Kubernetes-Cluster ab. Nachrichten werden lokal entgegengenommen, transformiert, geroutet und weitergeleitet – ohne dass Nutzdaten die eigene Netzwerkgrenze verlassen. Auch API-Proxying und Mediation über das lokale API Gateway sind möglich, sodass externe oder interne Aufrufe direkt im eigenen Rechenzentrum beantwortet werden können. 

Event-getriebene Integration 

Die EIC kann iFlows ausführen, die Event-basierte Kommunikationsmuster implementieren – etwa über den Kafka-Adapter oder den SAP Advanced Event Mesh (AEM) Adapter. Die eigentliche Nachrichtenvermittlung übernimmt dabei kein in der EIC enthaltener Broker, sondern ein externer Event Broker: entweder eine On-Premise Kafka-Installation im eigenen Rechenzentrum oder der SAP Advanced Event Mesh als Cloud-Service auf der BTP. 

Für Szenarien, in denen auch der Broker lokal betrieben werden soll – etwa aus Latenz- oder Compliance-Gründen – ist eine eigenständige Kafka-Infrastruktur On-Premise erforderlich. Die EIC orchestriert die Verarbeitung, ersetzt aber keinen Event Broker. 

Hybride Integrationsarchitektur – SAP Integration Suite (BTP) und SAP Edge Integration Cell

Vorteile und Herausforderungen im Überblick

Die EIC bietet erhebliche strategische Vorteile – stellt Unternehmen aber auch vor neue technologische und organisatorische Anforderungen. Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist entscheidend für eine erfolgreiche Einführung. 

Vorteile 

  • Daten bleiben lokal
  • Geringere Latenz für Shopfloor und OT 
  • Cloud-Gouvernance plus lokale Datenkontrolle
  • Klarer PI/PO-Migrationspfad (SAP EOL 2027)
  • Hybride Landschaft ohne Kompromisse 

Herausforderungen

  • Kubernetes-Know-how und Betriebskompetenz nötig 
  • Höherer Infrastruktur- und Betriebsaufwand 
  • Noch keine vollständige Feature-Parität 
  • Permanente BTP-Verbindung für Management Plane 
  • Organisatorischer und kultureller Change 

Lizenzhinweise

Die Edge Integration Cell ist ausschließlich in Standard Edition, Premium Edition, CPEA und PAYG verfügbarJeder lizenzierte Tenant erhält eine EIC-Entitlement inklusiveDie spezifische Lizenzoption ist im Rahmen der Architektur- und Kommerzialisierungsplanung frühzeitig mit cimt/SAP abzuklären. 

SAP PI/PO-Migration: EOL 2027 schafft Dringlichkeit

SAP hat das End-of-Life für SAP PI/PO auf 2027 datiert. Das bedeutet: Bestehende PI/PO-Kunden müssen ihre Integrationsplattform bis dahin ablösen. Die Edge Integration Cell ist ein zentraler Baustein der SAP-Migrationsstrategie für genau diese Kunden. 

Dabei gilt: Die EIC ist kein 1:1-Ersatz für alle PI/PO-Funktionen. Eine sorgfältige Analyse der bestehenden Integration Flows, Adapter-Nutzung und Betriebsmodelle ist unerlässlich. Einige Funktionen der Cloud Runtime sind in der aktuellen EIC-Version noch nicht vollständig verfügbar – SAP entwickelt die Plattform dynamisch weiter.

Migration-Empfehlung von cimt 

Starten Sie jetzt mit einer strukturierten PI/PO-Bestandsaufnahme. Identifizieren Sie Integrations-Kandidaten für die Cloud und für die EIC. Mit dem SAP BTP Guidance Framework und dem cimt Migrationsvorgehensmodell begleiten wir Sie von der Analyse bis zum produktiven Betrieb. 

Für welche Unternehmen ist die EIC relevant?

Die Edge Integration Cell ist kein universelles Werkzeug. Ihr Mehrwert entfaltet sich dort, wo Compliance, Datenschutz, Produktionsnähe oder spezifische Netzwerktopologien den Einsatz einer reinen Cloud-Runtime verhindern oder erschweren. 

Primäre Zielgruppen und Einsatzmotivation der SAP Edge Integration Cell:

Branche Hauptmotivation für EIC
Industrie & Fertigung Shopfloor-Anbindung, OT-Systeme, geringe Latenz
Automotive Produktionsnähe, Compliance, hybride Landschaften
Energieversorgung & KRITIS NIS2-Compliance, Netzwerksegmentierung, BSI-Anforderungen
Gesundheitswesen DSGVO, sensitive Patientendaten lokal halten
Öffentliche Verwaltung Souveränitätsanforderungen, BSI-Vorgaben, Datenlokalisierung
Banken & Versicherungen Interne Security Policies, Compliance, Auditierbarkeit

Implementierungsprozess: Von der Analyse zum produktiven Betrieb

Die Einführung der SAP Edge Integration Cell folgt einem strukturierten Dreiphasen-Modell. Erfahrungsgemäß ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend – insbesondere weil mit der EIC nicht nur eine neue Softwarekomponente eingeführt wird, sondern auch eine neue Betriebsdisziplin (Kubernetes) in die Organisation einzieht. 

Phase 1: Assessment – Anforderungsanalyse und Planung 

Vor jeder technischen Umsetzung steht eine strukturierte Bestandsaufnahme. Im Assessment werden Compliance-Anforderungen (DSGVO, NIS2, KRITIS) geprüft, die bestehende Infrastruktur bewertet und ein Sizing für den Kubernetes-Cluster erarbeitet. Gleichzeitig werden die Integrations-Kandidaten identifiziert: Welche bestehenden PI/PO-Interfaces sind geeignet für die EIC, welche verbleiben in der Cloud Runtime? Das Ergebnis dieser Phase ist ein belastbarer Architektur-Blueprint, der als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen dient. 

Phase 2: Setup – Infrastruktur und Installation 

Auf Basis des Blueprints erfolgt der Aufbau der Kubernetes-Infrastruktur und die Installation der Edge Integration Cell. Dazu gehören Kubernetes-Cluster Deployment, die eigentliche EIC-Installation und -Konfiguration, Netzwerk- und Firewall-Konfiguration sowie Security Hardening. Ein kritischer Schritt in dieser Phase ist die Anbindung an die SAP BTP und die Aktivierung der Management Plane – ohne diese Verbindung ist die EIC betrieblich nicht vollständig funktionsfähig. Das Ergebnis: eine betriebsbereite, gesicherte EIC-Umgebung. 

Phase 3: Migration – Go-Live und Betrieb 

In der letzten Phase werden die Integrations-Interfaces schrittweise von PI/PO oder der Cloud Runtime auf die EIC migriert. Ein bewährtes Muster ist der Parallelbetrieb: Beide Umgebungen laufen zunächst gleichzeitig, bis die migrierten Interfaces vollständig validiert sind. Nach dem Go-Live folgen Performance Tuning, der Aufbau eines belastbaren Monitoring- und Observability-Setups sowie eine Hypercare-Phase, bevor der reguläre 24/7-Betrieb übernommen wird. 

Die Einführung der SAP Edge Integration Cell folgt einem strukturierten Dreiphasen-Modell. Erfahrungsgemäß ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend – insbesondere weil mit der EIC nicht nur eine neue Softwarekomponente eingeführt wird, sondern auch eine neue Betriebsdisziplin (Kubernetes) in die Organisation einzieht. 

Phase 1: Assessment – Anforderungsanalyse und Planung 

Vor jeder technischen Umsetzung steht eine strukturierte Bestandsaufnahme. Im Assessment werden Compliance-Anforderungen (DSGVO, NIS2, KRITIS) geprüft, die bestehende Infrastruktur bewertet und ein Sizing für den Kubernetes-Cluster erarbeitet. Gleichzeitig werden die Integrations-Kandidaten identifiziert: Welche bestehenden PI/PO-Interfaces sind geeignet für die EIC, welche verbleiben in der Cloud Runtime? Das Ergebnis dieser Phase ist ein belastbarer Architektur-Blueprint, der als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen dient. 

Phase 2: Setup – Infrastruktur und Installation 

Auf Basis des Blueprints erfolgt der Aufbau der Kubernetes-Infrastruktur und die Installation der Edge Integration Cell. Dazu gehören Kubernetes-Cluster Deployment, die eigentliche EIC-Installation und -Konfiguration, Netzwerk- und Firewall-Konfiguration sowie Security Hardening. Ein kritischer Schritt in dieser Phase ist die Anbindung an die SAP BTP und die Aktivierung der Management Plane – ohne diese Verbindung ist die EIC betrieblich nicht vollständig funktionsfähig. Das Ergebnis: eine betriebsbereite, gesicherte EIC-Umgebung. 

Phase 3: Migration – Go-Live und Betrieb 

In der letzten Phase werden die Integrations-Interfaces schrittweise von PI/PO oder der Cloud Runtime auf die EIC migriert. Ein bewährtes Muster ist der Parallelbetrieb: Beide Umgebungen laufen zunächst gleichzeitig, bis die migrierten Interfaces vollständig validiert sind. Nach dem Go-Live folgen Performance Tuning, der Aufbau eines belastbaren Monitoring- und Observability-Setups sowie eine Hypercare-Phase, bevor der reguläre 24/7-Betrieb übernommen wird. 

Der Implementierungsprozess

Unsere Einschätzung: Mehr als eine lokale Runtime

Die SAP Edge Integration Cell zeigt: SAP hat verstanden, dass Hybrid-Integration für viele Unternehmen auf absehbare Zeit die Realität bleibt. Die Antwort ist keine Kompromisslösung, sondern eine strategische Plattformentscheidung für cloud-gesteuerte, lokal ausgeführte Integration. 

Für Unternehmen, die mit PI/PO-Migration, Compliance-Anforderungen oder hybriden Systemlandschaften konfrontiert sind, bietet die EIC einen strukturierten Weg in die Integration Suite – ohne die Kontrolle über kritische Daten und Prozesse aufzugeben. EIC unterstützt auch High-Volume Setups von bis zu 10000 Nachrichten/Minute 

SAP entwickelt die Edge Integration Cell kontinuierlich weiter, eine erweiterte Feature-Parität mit der Cloud Runtime ist somit zu erwarten.  

Entscheidende Fragen vor der Einführung: 

  • Passt Kubernetes organisatorisch und personell in den geplanten Betrieb? 
  • Welche Integrationen profitieren nachweislich vom lokalen Betrieb? 
  • Welche Workloads gehören weiterhin in die reine Cloud Runtime? 
  • Wie ist der Lizenzrahmen im SAP-Vertrag gestaltet? 
  • Gibt es ausreichend Observability-Know-how (z. B. Dynatrace, Splunk-Integration)? 

Fazit

Hybrid-Integration wird kein Übergangsmodell sein, sondern für viele Unternehmen der neue Standard. Die SAP Edge Integration Cell verbindet moderne Cloud-Governance mit lokaler Datenverarbeitung und Kontrolle. Für Unternehmen mit hybriden Anforderungen, PI/PO-Migrationsbedarf und hohen Compliance-Standards ist sie ein realistischer, zukunftsfähiger Architekturbaustein. 

Nächste Schritte mit cimt

cimt  ist spezialisierter SAP-Partner für Integration Suite, BTP und hybride Integrationsarchitekturen. Wir begleiten Unternehmen bei der strukturierten Evaluation, Architektur und Migration – von PI/PO bis zur produktiven Edge Integration Cell. 

Sprechen Sie uns an – für eine unverbindliche Ersteinschätzung Ihrer Integrationslandschaft und einen klaren Migrationsplan. 

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