SAP Event-Driven Integration
Nicht jeder Prozess passt in ein starres Request-Response-Schema. Mit ereignisbasierten Architekturen reagieren Ihre Systeme in Echtzeit auf Geschäftsereignisse – lose gekoppelt, skalierbar und ohne dass jedes System jedes andere direkt kennen muss.
Wir begleiten Sie vom Event Readiness Assessment über Event-Design und Governance bis zur Umsetzung auf SAP Event Mesh, Advanced Event Mesh und Kafka – aus einer Hand für Architektur, Entwicklung und Betrieb.
LEISTUNGSPORTFOLIO
Unsere Leistungen zu Event-Driven Integration
Entlang unserer drei Kerndienstleistungen – angewendet auf dieses Thema.
Architektur/Beratung
Event Readiness Assessment
Strukturierte Bestandsaufnahme als Einstieg in jedes Event-Driven-Vorhaben.
- Analyse bestehender Integrationen & Schnittstellen
- Identifikation eventgeeigneter Prozesse
- Bewertung von Echtzeitanforderungen & technischer Machbarkeit
Architektur/Beratung
Einführungsstrategie
Schrittweiser Übergang von Punkt-zu-Punkt zu Event-Driven.
- Priorisierung nach Geschäftswert
- Koexistenz mit bestehender Integration
- Governance für Event-Schemas
Entwicklung/Integration
Event-Implementierung
Technische Umsetzung von Producern, Consumern und Routing.
- Anbindung an SAP Event Mesh
- Event-Schemas & Versionierung
- Integration mit SAP CI-Flows
Entwicklung/Integration
Streaming-Integration
Anbindung von Event-Streaming-Plattformen an SAP- und Drittsysteme.
- Kafka-Anbindung
- Echtzeit-Datenintegration
- Fehler- und Wiederholungslogik
Support & Betrieb
Event-Monitoring
Überwachung von Event-Flüssen und Topic-Gesundheit.
- Monitoring von Producern/Consumern
- Dead-Letter-Handling
- Kapazitäts- & Skalierungsmanagement
Support & Betrieb
Weiterentwicklung
Kontinuierlicher Ausbau der Event-Landschaft.
- Onboarding neuer Event-Konsumenten
- Schema-Evolution
- Performance-Tuning
TECHNOLOGIEN
Eingesetzte Technologien
Jedes Werkzeug im Überblick: Einsatzzweck, Zeitpunkt und gelöstes Problem.
Ebene 1 · SAP Integration Suite
Event Mesh (Standard-Capability)
Vollständig gemanagter Event-Broker als Capability der Integration Suite – verteilt Nachrichten nach dem Publish/Subscribe-Prinzip zwischen SAP- und Non-SAP-Systemen.
Wann nötig: für die meisten SAP-zentrierten Event-Szenarien mit moderatem Durchsatz.
Löst: die enge Kopplung klassischer Punkt-zu-Punkt-Integration, bei der jedes System jedes andere direkt kennen muss.
Cloud Integration (Event-Flows)
Iflows in SAP Cloud Integration können selbst Events konsumieren oder veröffentlichen und so Event-basierte mit klassischer, prozessorientierter Integration verbinden.
Wann nötig: wenn ein Event zusätzlich Transformation, Validierung oder Anbindung an ein System ohne natives Event-Interface braucht.
Löst: den Bruch zwischen Event-Welt und klassischer Schnittstellenintegration.
Ebene 2 · Erweiterte Event-Plattform
Advanced Event Mesh (Solace-basiert)
Eigenständiger, leistungsfähigerer Event-Broker auf Basis der von SAP übernommenen Solace-Technologie – höherer Durchsatz, mehr Protokolle, größere Reichweite als die Standard-Capability.
Wann nötig: bei sehr hohem Nachrichtenvolumen, langer Datenhistorie oder unternehmensweiten Event-Backbones über viele Systeme hinweg.
Löst: Skalierungsgrenzen der Standard-Event-Mesh-Capability.
Event Portal
Katalog und Designwerkzeug für Events – macht verfügbare Event-Schemas und Topics unternehmensweit auffindbar und dokumentiert.
Wann nötig: wenn mehrere Teams eigene Events veröffentlichen oder konsumieren und sonst den Überblick verlieren.
Löst: fehlende Transparenz darüber, welche Events überhaupt existieren und wie sie aufgebaut sind.
Ebene 3 · SAP BTP (Laufzeit & Sicherheit)
Cloud Connector
Sichere, verschlüsselte Anbindung von On-Premise-Systemen an die Cloud, ohne eingehenden Verkehr durch die Firewall freigeben zu müssen.
Wann nötig: sobald ein On-Premise-System Events veröffentlichen oder konsumieren soll.
Löst: das Sicherheitsrisiko, interne Systeme direkt ins Internet zu exponieren.
Identity & Access Management
Zentrale Verwaltung von Benutzern, Rollen und Berechtigungen für den Zugriff auf Event-Mesh-Topics und -Queues.
Wann nötig: sobald unterschiedliche Systeme oder Teams nur auf bestimmte Topics zugreifen dürfen sollen.
Löst: unkontrollierten Zugriff auf sensible Geschäftsereignisse.
Ebene 4 · Ergänzende Plattformen & Protokolle
Apache Kafka
Verteilte Streaming-Plattform mit sehr hohem Durchsatz und langer Nachrichtenhistorie, außerhalb der SAP-Welt etabliert.
Wann nötig: bei sehr hohem Datenvolumen, starkem Non-SAP-Schwerpunkt oder bereits vorhandener Kafka-Infrastruktur im Unternehmen.
Löst: Durchsatz- und Historienanforderungen, die über SAP-eigene Event-Plattformen hinausgehen.
Pub/Sub
Architekturmuster, bei dem Sender (Publisher) Nachrichten veröffentlichen, ohne die Empfänger (Subscriber) zu kennen.
Wann nötig: Grundprinzip jeder Event-Driven-Architektur.
Löst: die feste Verdrahtung zwischen Systemen, die bei klassischer Integration entsteht.
AMQP / MQTT
Standardisierte Messaging-Protokolle für den Nachrichtentransport – MQTT v. a. für IoT/Sensordaten mit schmaler Bandbreite, AMQP für zuverlässigen Unternehmens-Nachrichtenaustausch.
Wann nötig: je nach Quelle der Events, z. B. IoT-Geräte vs. Unternehmensanwendungen.
Löst: die Notwendigkeit proprietärer Transportmechanismen für unterschiedliche Event-Quellen.
CloudEvents
Herstellerneutraler Standard zur einheitlichen Beschreibung von Event-Metadaten (Typ, Quelle, Zeitstempel), unabhängig vom darunterliegenden Transport.
Wann nötig: wenn Events über mehrere Plattformen oder Hersteller hinweg konsistent verarbeitet werden sollen.
Löst: uneinheitliche, plattformspezifische Event-Formate.
Webhooks
HTTP-Callbacks, über die ein System ein anderes synchron über ein Ereignis benachrichtigt, ohne einen vollwertigen Event-Broker zu benötigen.
Wann nötig: für einfache, niedrigvolumige Benachrichtigungen, häufig bei SaaS-Anwendungen.
Löst: den Aufwand, für gelegentliche Benachrichtigungen eine vollständige Event-Mesh-Infrastruktur aufzusetzen.
REFERENZARCHITEKTUR
Wo Event Mesh in der Landschaft sitzt
Vereinfachte Darstellung: Event Mesh als Standard-Capability der SAP Integration Suite, mit Advanced Event Mesh als Erweiterungsstufe für höheren Durchsatz.
GOVERNANCE
Event Governance
Lose Kopplung bedeutet nicht Regellosigkeit. Ohne klare Spielregeln für Events, Schemas und Verantwortlichkeiten wird aus einer Event-Architektur schnell ein unübersichtliches Netz aus Streams, die niemand mehr vollständig kennt.
Event-Katalogisierung & Discovery
Ein zentraler Event-Katalog macht alle vorhandenen Events organisationsweit sichtbar und auffindbar. Das verhindert redundante Event-Streams für denselben Sachverhalt – bei uns abgedeckt durch das Event Portal der Advanced Event Mesh.
Schema-Governance & Versionierung
Verbindliche Nachrichtenformate (z. B. über Avro, JSON Schema oder Protobuf) werden zentral in einer Schema-Registry verwaltet. Änderungen müssen abwärtskompatibel bleiben, damit bestehende Konsumenten nicht unvorbereitet brechen.
Standardisierte Verträge
AsyncAPI beschreibt asynchrone, ereignisbasierte Schnittstellen ebenso präzise und maschinenlesbar, wie OpenAPI das für REST-APIs tut – eine verlässliche, dokumentierte Vertragsgrundlage zwischen Producern und Consumern.
Zugriffssteuerung & Data Ownership
Für jedes Event muss klar sein, wer als Producer Eigentümer ist und welche Systeme als Consumer berechtigt sind, es zu abonnieren. Darüber werden auch Verschlüsselung und rollenbasierte Zugriffsrechte (RBAC) auf Topic-Ebene gesteuert.
Lebenszyklus-Management
Retention-Richtlinien legen fest, wie lange Events im Broker vorgehalten werden, bevor sie archiviert oder gelöscht werden. Ohne solche Regeln wachsen Topics unkontrolliert, oder Daten gehen zu früh verloren.
Runtime-Governance & Observability
End-to-End-Tracing macht den Weg eines Events über mehrere Systeme hinweg nachvollziehbar. Dead-Letter-Queues fangen nicht verarbeitbare Nachrichten kontrolliert ab, während automatisierte Skalierung die Broker-Infrastruktur bei Lastspitzen stabil hält.
Worüber eine Event Governance entscheidet
- Wer definiert neue Events?
- Wer ist Owner eines Event-Typs?
- Wie werden Event-Schemas versioniert?
- Wann sind Breaking Changes zulässig?
- Welche Namenskonventionen gelten für Topics?
- Wie werden Producer und Consumer dokumentiert?
Unser Ansatz
Wir unterstützen Unternehmen dabei, Event Governance pragmatisch einzuführen – von der Schema-Registry bis zum Owner-Modell, abgestimmt auf die bestehende Event-Plattform statt als zusätzliche Bürokratie.
STATUS QUO
Worauf es jetzt ankommt
Echtzeit wird zum Standard. Geschäftsprozesse erwarten heute unmittelbare Reaktionen – von Lagerbewegungen über Produktionsmeldungen bis hin zu Kundeninteraktionen. Zeitgesteuerte oder periodische Integrationen stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.
Lose Kopplung schafft Zukunftssicherheit. Moderne Integrationsarchitekturen entkoppeln Systeme voneinander. Neue Anwendungen oder Prozesse lassen sich dadurch einfacher integrieren, ohne bestehende Schnittstellen umfassend anpassen zu müssen.
Koexistenz statt vollständiger Ablösung. Event-Driven Integration ersetzt klassische Integrationsszenarien nicht vollständig. In der Praxis entstehen hybride Architekturen, in denen synchrone und ereignisbasierte Kommunikation dauerhaft nebeneinander bestehen.
Eventfähigkeit moderner Plattformen. SAP S/4HANA, Cloud-Anwendungen und IoT-Plattformen stellen Geschäftsereignisse zunehmend nativ bereit. Damit entstehen neue Möglichkeiten, Prozesse nahezu in Echtzeit zu automatisieren und Anwendungen flexibel miteinander zu verbinden.
IM FOKUS
Typische Erfolgsfaktoren
- Business-Prozesse vor Technologie betrachten
- Nicht jede Schnittstelle als Event modellieren
- Passende Plattformstrategie festlegen
- Governance früh definieren
- Mit wenigen Use Cases starten, parallel zur bestehenden Integrationslandschaft
- Monitoring von Anfang an mitdenken
ASSESSMENT
Typische Herausforderungen bei Event-Driven-Vorhaben
Diese Themen prüfen wir im Event Readiness Assessment: bestehende Integrationen und Schnittstellen, eventgeeignete Prozesse, Echtzeitanforderungen und die technische Machbarkeit je Quellsystem.
| Herausforderung | Unser Ansatz |
|---|---|
| Unklar, welche Prozesse für Events geeignet sind | Systematische Bewertung von Echtzeitanforderung und Eventfähigkeit je Prozess. |
| Quellsysteme unterstützen keine nativen Events | Prüfung von Change-Data-Capture- oder Polling-basierten Alternativen. |
| Fehlende Schema- und Topic-Standards | Etablierung einheitlicher Event-Schemas und Namenskonventionen von Anfang an. |
| Risiko verlorener oder doppelter Events | Konzeption von Quittierung, Wiederholungslogik und Dead-Letter-Handling. |
| Unklare Plattformwahl (Event Mesh, Advanced Event Mesh, Kafka) | Bewertung von Durchsatz, Reichweite und Bestand als Entscheidungsgrundlage. |
| Koexistenz mit bestehender Punkt-zu-Punkt-Integration | Schrittweise Einführung statt vollständiger Ablösung auf einmal. |
Nicht jeder Prozess gehört in eine Event-Architektur.
Unsere Erfahrung zeigt, dass nicht jeder Prozess von Event-Driven Integration profitiert. Prozesse mit seltenen Änderungen oder ohne echten Echtzeitbedarf lassen sich oft einfacher und günstiger klassisch integrieren. Das Assessment hilft, das früh zu unterscheiden, statt jede Schnittstelle pauschal auf Events umzustellen.
ERGEBNIS
Ergebnis des Event Readiness Assessments
Nach Abschluss des Assessments verfügen Sie über eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Ihr Event-Driven-Vorhaben. Sie erhalten unter anderem:
- Bewertung bestehender Integrationen & Schnittstellen
- Liste eventgeeigneter Prozesse
- Einschätzung der Echtzeitanforderungen
- Bewertung der technischen Machbarkeit je Quellsystem
- Plattformempfehlung (Event Mesh, Advanced Event Mesh oder Kafka)
- Roadmap für die Einführung von Event-Driven Integration
VORGEHENSMODELL
So gehen wir vor
Vier Schritte vom ersten Assessment bis zum stabilen Betrieb.
Analyse & Use Cases
Identifikation geeigneter Geschäftsprozesse und Bewertung des Nutzens einer Event-Architektur.
Event-Design
Modellierung von Events, Topics und Schemas inkl. Governance.
Umsetzung
Implementierung von Producern, Consumern und Monitoring.
Betrieb & Skalierung
Laufender Betrieb, Onboarding weiterer Konsumenten, Performance-Tuning.
MEHRWERT
Was Sie mit uns erreichen
01
Echtzeitfähigkeit
Geschäftsereignisse werden ohne Verzögerung an relevante Systeme verteilt.
02
Lose Kopplung
Systeme müssen sich nicht mehr gegenseitig direkt kennen.
03
Skalierbarkeit
Neue Konsumenten lassen sich ohne Eingriff in bestehende Systeme anbinden.
04
Robustheit
Dead-Letter-Handling und Wiederholungslogik fangen Fehler kontrolliert ab.
05
Transparenz
Event-Monitoring zeigt den Zustand aller Flüsse in Echtzeit.
06
Zukunftsoffenheit
Architektur, die mit weiteren Use Cases mitwächst.
FAQ
Häufige Fragen
In der Regel nicht vollständig. Event-Driven Integration ergänzt die klassische, prozessorientierte Integration über SAP Cloud Integration für genau die Fälle, in denen Echtzeit-Reaktion und lose Kopplung den größten Nutzen bringen – etwa bei Lagerbewegungen, Statusänderungen oder Sensordaten. Beide Integrationsformen laufen üblicherweise dauerhaft nebeneinander.
Das hängt von Durchsatz, Reichweite und Bestand ab. Für die meisten SAP-zentrierten Szenarien mit moderatem Volumen reicht SAP Event Mesh. Bei sehr hohem Nachrichtenvolumen, langer Datenhistorie oder starkem Non-SAP-Schwerpunkt kommen Advanced Event Mesh oder Kafka in Frage. Das Event Readiness Assessment liefert die Entscheidungsgrundlage.
Über ein Zusammenspiel aus Quittierungsmechanismen, Wiederholungslogik und Dead-Letter-Queues für nicht verarbeitbare Nachrichten. Zusammen mit End-to-End-Tracing und Monitoring lässt sich sicherstellen und nachweisen, dass Events zuverlässig zugestellt und verarbeitet werden.
Systeme werden entkoppelt: Producer veröffentlichen Events, ohne ihre Consumer zu kennen. Dadurch entsteht ein zentraler Event-Backbone statt vieler direkter Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Neue Anwendungen docken an bestehende Event-Streams an, ohne dass Quellsysteme angepasst werden müssen – die Landschaft wird flexibler und leichter erweiterbar.
Am besten mit wenigen, klar abgegrenzten Use Cases, bei denen Echtzeit-Reaktion echten Mehrwert bringt – etwa Lagerbewegungen, Statusänderungen oder Sensordaten. So lässt sich der Nutzen parallel zur bestehenden Integrationslandschaft zeigen, bevor die Event-Architektur schrittweise ausgebaut wird.
Finden Sie heraus, wo Event-Driven Integration sich lohnt.
Wir identifizieren gemeinsam mit Ihnen die Prozesse, die von einer ereignisbasierten Architektur am meisten profitieren.


