
API-Centric Integration mit der SAP Integration Suite
APIs als strategischer Bestandteil moderner Integrationsarchitekturen

Mit der API-Centric Integration erweitert SAP die Integration Suite um einen durchgängigen Ansatz, der Integrationsentwicklung, API Management und Governance enger miteinander verzahnt. Grundlage dieses Konzepts ist die Integration Cell, eine vollständig von SAP verwaltete Cloud-native Runtime, auf der die neuen API Artifacts ausgeführt werden, ohne dass Kunden eigene Infrastruktur bereitstellen oder konfigurieren müssen.
Kernidee der API-Centric Integration
Ziel ist es, APIs nicht nur bereitzustellen, sondern ihren gesamten Lebenszyklus – von der Entwicklung über die Bereitstellung bis hin zur sicheren Nutzung – innerhalb einer Plattform abzubilden.
APIs als fachliche Integrationsservices
In klassischen Integrationsszenarien dienen APIs häufig als reine Proxy-Schicht, die Anfragen an Backend-Systeme weiterleitet. Moderne Integrationsarchitekturen verfolgen jedoch einen anderen Ansatz: APIs stellen fachliche Services bereit und kapseln die Komplexität der dahinterliegenden Systemlandschaft.
Mit den neuen API Artifacts der SAP Integration Suite lassen sich APIs entwickeln, die beispielsweise:
- Daten transformieren und anreichern,
- mehrere Backend-Systeme orchestrieren,
- unterschiedliche Protokolle und Formate vermitteln,
- Sicherheits- und Traffic-Management-Richtlinien integrieren,
- wiederverwendbare Integrationsservices bereitstellen.
Dadurch entstehen stabile und klar definierte Schnittstellen, während Änderungen an Backend-Systemen weitgehend von den API-Konsumenten entkoppelt werden. APIs werden so zu einem zentralen Baustein einer modernen Integrationsarchitektur.
API entwickeln und bereitstellen
Das API Artifact bildet das zentrale Entwicklungsobjekt der API-Centric Integration. Es bündelt die API-Definition, die Anbindung an Backend-Systeme sowie Richtlinien für Sicherheit, Traffic Management und Mediation in einem gemeinsamen Artefakt.
Die Ausführung der API Artifacts erfolgt auf der Integration Cell, einer vollständig von SAP verwalteten Runtime der SAP Integration Suite. Für den Standardbetrieb müssen Kunden dabei keine eigene Kubernetes- oder sonstige Infrastruktur bereitstellen oder konfigurieren. SAP übernimmt Deployment, Skalierung und Betrieb der Runtime vollständig. Für hybride Szenarien mit Anbindung on-premises betriebener Systeme steht zusätzlich die Edge Integration Cell zur Verfügung: eine Variante, die explizit auf einem vom Kunden betriebenen Kubernetes-Cluster läuft und damit die Ausführung von Integrations- und API-Workloads näher an den Quellsystemen ermöglicht. Beide Varianten bilden die technische Grundlage für die API-Centric Integration.
Ein API Artifact kann unter anderem folgende Bausteine kombinieren:
- OData Sender Adapter
- Authentifizierungs- und Autorisierungsrichtlinien
- OData Receiver Adapter
- Transformationen und Mapping
- Routing und Mediation
- Erweiterungen über JavaScript oder Python
Damit wird die API nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als integraler Bestandteil der Integrationslogik entwickelt. Entwickler können Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen, Nachrichten transformieren oder Geschäftsprozesse orchestrieren, ohne zwischen verschiedenen Entwicklungsmodellen wechseln zu müssen.
Nach der Entwicklung erfolgt das Deployment des API Artifacts auf der Integration Cell. Anschließend stehen Test- und Monitoring-Funktionen zur Verfügung, mit denen sich Bereitstellung und Laufzeitverhalten transparent überwachen lassen.
API Governance mit dem Developer Hub
Die technische Bereitstellung einer API ist nur der erste Schritt. Damit APIs langfristig effizient genutzt werden können, müssen sie dokumentiert, versioniert und kontrolliert bereitgestellt werden.
Hier setzt der Developer Hub der SAP Integration Suite an. Er dient als zentrale Plattform für die Veröffentlichung und Nutzung von APIs, Events und weiteren Integrationsartefakten.
APIs als Produkte bereitstellen
Anstatt einzelne APIs isoliert bereitzustellen, werden sie in API Products zusammengefasst. Ein API Product kann eine oder mehrere APIs enthalten und ergänzt diese um:
- fachliche Beschreibungen,
- Dokumentation,
- Versionierung,
- Zugriffsrichtlinien.
Dadurch entsteht ein zentraler API-Katalog, der die Wiederverwendung bestehender Services fördert und gleichzeitig eine konsistente Governance unterstützt.
Self-Service für Entwickler
Ein wesentlicher Vorteil des Developer Hub ist der Self-Service-Ansatz. Entwickler können APIs eigenständig finden, abonnieren und nutzen, ohne auf manuelle Freigabeprozesse angewiesen zu sein. Der typische Ablauf umfasst:
- API Product veröffentlichen
- Entwickleranwendung registrieren
- Subscription auf das API Product durchführen
- Client-ID und Client Secret erhalten
- OAuth-Token beziehen
- API sicher konsumieren
Dieser Prozess reduziert Abstimmungsaufwände zwischen Integrations- und Entwicklungsteams und beschleunigt die Einführung neuer Anwendungen.
Sicherheit und Governance
Die Authentifizierung erfolgt über die im API Artifact definierten Sicherheitsrichtlinien. Jede registrierte Anwendung erhält eigene OAuth-Zugangsdaten, sodass Zugriffe eindeutig nachvollzogen und Berechtigungen zentral verwaltet werden können.
Governance wird dadurch nicht nachgelagert umgesetzt, sondern begleitet den gesamten Lebenszyklus einer API – von der Entwicklung bis zum produktiven Betrieb. Welchen Ordnungsrahmen SAP dabei selbst vorgibt, beleuchten wir in unserem Beitrag zur neuen SAP API Policy.
Der durchgängige API-Lifecycle
Die API-Centric Integration unterstützt einen konsistenten Prozess über den gesamten Lebenszyklus einer API. Entwicklung, API Management und Governance greifen dabei ineinander und schaffen die Grundlage für einen standardisierten und skalierbaren Umgang mit APIs.
Der API-Lifecycle im Überblick
API entwickeln → Deployment des API Artifacts auf der Integration Cell → API Product erstellen → Veröffentlichung im Developer Hub → Subscription → OAuth-Authentifizierung → API-Nutzung → Betrieb und Monitoring
Einordnung aus Sicht von cimt
Die Bereitstellung einer API allein reicht heute nicht mehr aus. Ebenso wichtig sind Wiederverwendbarkeit, Sicherheit, Governance und eine möglichst einfache Nutzung durch Entwicklungsteams.
Mit der API-Centric Integration unterstützt die SAP Integration Suite genau diesen Ansatz. APIs werden nicht mehr als isolierte Schnittstellen betrachtet, sondern als wiederverwendbare digitale Produkte, die über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verwaltet werden.
Gerade in hybriden SAP- und Non-SAP-Landschaften ergeben sich daraus entscheidende Vorteile:
- konsistente Governance über alle APIs hinweg,
- höhere Wiederverwendbarkeit von Integrationsservices,
- schnellere Anbindung neuer Anwendungen,
- bessere Unterstützung von API-first-Strategien,
- vereinfachte Zusammenarbeit zwischen Integrations- und Entwicklungsteams.
Die Integration Cell ergänzt diesen Ansatz um eine moderne, vollständig verwaltete Cloud-native Runtime, die Integrations- und API-Workloads in einer gemeinsamen Laufzeitumgebung ausführt – für hybride Szenarien ergänzt um die kundenseitig auf Kubernetes betriebene Edge-Variante. Zusammen mit den API Artifacts und dem Developer Hub entsteht so eine durchgängige Plattform für Entwicklung, Betrieb und Governance von APIs.
Insbesondere im Kontext von SAP Clean Core trägt dieser Ansatz dazu bei, Integrationslogik außerhalb der Kernsysteme zu implementieren und über standardisierte APIs bereitzustellen – ein Grundprinzip moderner Architekturen auf der SAP Business Technology Platform. Gleichzeitig unterstützt er Unternehmen dabei, Integrationen langfristig wartbar und skalierbar zu gestalten.
Fazit
Mit der API-Centric Integration verfolgt SAP einen ganzheitlichen Ansatz für den API-Lebenszyklus. Entwicklung, Bereitstellung, Governance und Nutzung werden innerhalb der SAP Integration Suite zusammengeführt. Die Integration Cell bildet dabei die technische Laufzeit für die neuen API Artifacts, während der Developer Hub die strukturierte Bereitstellung und sichere Nutzung der APIs unterstützt.
Für Unternehmen bedeutet dies einen wichtigen Schritt hin zu einer API-first-Strategie. Integrationen werden zu wiederverwendbaren Services, die sich zentral entwickeln, verwalten und kontrollieren lassen. Gerade im Kontext von Clean-Core-Initiativen, hybriden Integrationslandschaften und composable Architekturen bietet dieser Ansatz eine solide Grundlage, um Integrationsplattformen zukunftssicher auszurichten und die Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen, Entwicklung und Integration nachhaltig zu verbessern.
Nächste Schritte mit cimt
cimt ist spezialisierter SAP-Partner für Integration Suite, BTP und moderne API-Architekturen. Wir begleiten Unternehmen bei Konzeption, Aufbau und Governance API-zentrierter Integrationsarchitekturen – von der API-Strategie über die Entwicklung von API Artifacts bis zum produktiven Betrieb mit dem Developer Hub.
Sprechen Sie uns an – für eine unverbindliche Ersteinschätzung Ihrer Integrations- und API-Landschaft.
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