
Computer Vision in der Praxis: Vom KI-Modell zur produktiven Lösung
Computer Vision in der Praxis: Vom KI-Modell zur produktiven Lösung Warum das KI-Modell erst
ArtificialVet® erkennt Tierschutzindikatoren und Schlachtbefunde automatisch auf Kamerabildern: objektiv, standardisiert und lückenlos bilddokumentiert. cimt integriert die Befunddaten direkt in Ihre bestehende Systemlandschaft, etwa SAP S/4HANA, SAP ERP, MS Navision, BDE- oder MES-Systeme. Die Verantwortung für die endgültige Befundung bleibt dabei beim amtlichen Tierarzt. ArtificialVet® ist ein Assistenzsystem, kein Ersatz für die veterinärmedizinische Entscheidung.
ArtificialVet® setzt genau hier an: Jedes Tier wird nach denselben, fachlich definierten Kriterien beurteilt, systematisch, kontinuierlich und mit Bildnachweis sowie Erklärungshinweisen.
Schlachtbefunde und Tierwohlindikatoren sind die Grundlage für Lieferantenbewertungen, Lieferantenentlohnung, Tierwohlprogramme, Audits und Behördennachweise. In der Praxis werden sie häufig manuell und unter hohem Zeitdruck am Band erfasst. Das Ergebnis hängt von Erfahrung, Tagesform und Schicht ab. Eine vergleichbare, nachvollziehbare Datenbasis entsteht so nur schwer.
Grundsätzlich sind alle visuellen Befundungen des Tierkörpers und der Organe möglich. Typische Befunde und Indikatoren sind:
Die Erkennung basiert auf Tausenden von Beispielbildern, die zuvor von mehreren Veterinären unterschiedlicher Veterinärämter beurteilt wurden. Relevante Stellen werden im Bild visuell hervorgehoben. So bleibt jede Einstufung nachvollziehbar und erklärbar.
Automatische Identifikation und Rückverfolgbarkeit: ArtificialVet® erkennt Schlachtstempel und Schlachtnummer am Tierkörper und identifiziert damit das Einzeltier. Befunde und Bilddokumentation können so eindeutig dem jeweiligen Tier zugeordnet und an nachgelagerte IT-Systeme übergeben werden.
Objektive Befundung: Einheitliche Kriterien ersetzen subjektive Einzelbewertungen. Befunde werden über Schichten, Standorte und Zeiträume hinweg vergleichbar.
Revisionssichere Dokumentation: Jeder Befund ist mit Bild belegt. Das schafft eine belastbare Grundlage für Audits, Kundenanforderungen, Tierwohlprogramme und Nachweise gegenüber Behörden.
Entlastung des Fachpersonals: Auffällige Tiere werden automatisch zur weiteren Beurteilung durch Veterinäre ausgeschleust. Das Personal konzentriert sich auf die Fälle, die fachliche Aufmerksamkeit erfordern.
Belastbares Lieferanten-Feedback: Bilddokumentierte Befunde lassen sich strukturiert an Tierhalter und Lieferanten zurückmelden und für Schulungen nutzen.
Effizientere Prozesse: Die automatisierte Auswertung verkürzt den Befundprozess und liefert die Daten sofort digital, ohne manuelle Nacherfassung.
ArtificialVet® ist kein Laborprojekt. Seit Dezember 2025 unterstützt das System das amtliche Untersuchungspersonal bei Westfleisch am Standort Oer-Erkenschwick, Hamm und Coesfeld. Nach Angaben von Westfleisch ist es das erste Projekt dieser Art in Deutschland.
Entwickelt wurde das System gemeinsam von cimt, Westfleisch und dem Veterinäramt des Kreises Recklinghausen. Seit April 2026 begleitet die Universität Leipzig das Projekt wissenschaftlich. Im Rahmen einer Doktorarbeit werden Entwicklung und Validierung des Systems untersucht.
Auch die Politik verfolgt das Projekt: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat sich vor Ort über den Einsatz von KI in der amtlichen Fleischuntersuchung informiert.
Ein KI-System entfaltet seinen Wert erst, wenn die Ergebnisse dort ankommen, wo Entscheidungen getroffen werden. Als SAP-Partner mit langjähriger Erfahrung in SAP-Erweiterungen verbindet cimt ArtificialVet® mit Ihren Kernprozessen:
So werden aus Kamerabildern verwertbare Stamm- und Bewegungsdaten, ohne Medienbruch und ohne manuelle Nacherfassung.
Bilder vom Tierkörper → Schlachtstempel/Schlachtnummer erkennen → Einzeltier identifizieren → Befund erkennen → Bild dokumentieren → Daten an SAP und Veterinärterminal übergeben
Je nach Prozess können die Ergebnisse beispielsweise genutzt werden für:
Dadurch werden KI-Ergebnisse Bestandteil der bestehenden Unternehmensprozesse und bleiben nicht in einer isolierten Anwendung.
Standardisierte Bewertung
KI-Modelle wenden definierte Erkennungskriterien kontinuierlich und reproduzierbar an. Dadurch können visuelle Bewertungen stärker standardisiert werden.
Digitale Dokumentation
Erkannte Befunde können digital gespeichert, einzelnen Vorgängen zugeordnet und für spätere Auswertungen verfügbar gemacht werden. Visuell dokumentierte Befundungen können den Landwirten online zur Verfügung gestellt werden.
Integration statt Insellösung
ArtificialVet® lässt sich mit bestehenden IT-Systemen verbinden. Befunddaten können dadurch direkt in operative und analytische Prozesse einfließen.
Mehr Daten für Qualitäts- und Tierwohlmanagement
Strukturiert erfasste Befunddaten schaffen eine bessere Grundlage für Trends, Vergleiche und langfristige Analysen.
Unterstützung bei hohen Prozessgeschwindigkeiten
Automatisierte Bilderkennung kann kontinuierlich im laufenden Produktionsprozess eingesetzt werden und Mitarbeiter bei visuellen Prüfaufgaben unterstützen.
Die amtliche Fleischuntersuchung unterliegt dem EU-Recht zu amtlichen Kontrollen (VO (EU) 2017/625 bzw. Durchführungs-VO (EU) 2019/627). ArtificialVet® unterstützt die geforderte Standardisierung und Dokumentation.
Wichtig ist dabei die klare Rollenverteilung: Die KI liefert Hinweise, markiert relevante Bildbereiche und schleust Tiere zur Nachkontrolle aus. Die Befundung und die fachliche Verantwortung verbleiben bei den amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten. Diese Mensch-im-Prozess-Architektur ist auch mit Blick auf die Anforderungen des EU AI Act ein zentraler Baustein.
Welche Tierschutzindikatoren und Befunde können erkannt werden?
ArtificialVet® kann für unterschiedliche visuelle Befundaufgaben trainiert und eingesetzt werden.
Je nach Anwendungsfall können beispielsweise Merkmale an folgenden Bereichen betrachtet werden:
Die konkreten Erkennungsmodelle werden auf den jeweiligen Anwendungsfall und die Anforderungen des Betriebs abgestimmt.
So läuft ein Einführungsprojekt ab
Kontinuierlicher Roll-out unterschiedlicher Befunde:
Nein. ArtificialVet® unterstützt das amtliche Untersuchungspersonal. Die Verantwortung für die endgültige Befundung bleibt bei den amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten.
Alle visuellen Befunde an Tierkörper und Organen, zum Beispiel Schwanz- und Ohrveränderungen, Hautveränderungen, Schlagstriemen und Gelenksentzündungen.
Im Referenzbetrieb bei Westfleisch analysiert das System Schweineschlachtkörper
Die KI arbeitet als Assistenzsystem: Sie erkennt und markiert mögliche Befunde, die Entscheidung trifft jedoch immer ein Mensch. Automatisch erfolgt nur die Ausschleusung auffälliger Tiere zur Nachkontrolle durch Veterinäre.
Jeder Befund wird mit Bild dokumentiert, relevante Stellen werden visuell hervorgehoben. Die Einstufung bleibt damit für Veterinäre, Auditoren und Lieferanten überprüfbar.
Unter anderem in SAP S/4HANA, SAP ERP, MS Navision sowie in BDE- und MES-Systeme.
Die Einführung von ArtificialVet® dauert etwa 10-14 Monate.
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Dieser Beitrag basiert auf fachlicher Expertise und Praxiserfahrungen aus dem cimt-Umfeld. KI-basierte Werkzeuge wurden unterstützend bei der redaktionellen Ausarbeitung eingesetzt. Die inhaltliche Prüfung und Freigabe liegen bei den Autorinnen und Autoren.
Von Dr. Harald Schallner

Computer Vision in der Praxis: Vom KI-Modell zur produktiven Lösung Warum das KI-Modell erst
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