B2B-Integration am Beispiel des Weinhandels

B2B-Integration am Beispiel des Weinhandels

Die Entwicklung des Handels in Richtung Retail 4.0 stellen die betroffenen Unternehmen vor Herausforderungen, die u.a. durch eine stärkere Digitalisierung ihrer Prozesse überwunden werden können.
Wachsende Informationsbedarfe erfordern dabei eine engere Integration von Erzeugern und Handelsunternehmen und lassen Unternehmensgrenzen verschwimmen sowie neue Informationsanbieter bzw. -broker entstehen.

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen aufgrund von rechtlichen Vorgaben. So beschreibt die Lebensmittelinformations-Verordnung EU1169/2011 (LMIV), wie Lebensmittel gekennzeichnet und bezeichnet werden müssen. Sie regelt außerdem Bereiche wie Werbung, Fernabsatz und Nährwertdeklaration und fordert mehr Klarheit bei Allergenen, Energie und Nährwerten, Lebensmittelimitaten und zur Herkunft des Produkts.

Hersteller und Händler stehen vor der Aufgabe, eine Vielzahl geforderter Produktinformationen zu aggregieren, darzustellen, zu verteilen, zu verwalten – und ihre einwandfreie Qualität zu gewährleisten. Wer diese Produktdatenqualität schaffen will, muss insbesondere über Artikelidentifikation, Stammdatenmanagement nachdenken.

Beispiel Weinhandel

Am Beispiel Weinhandel sollen die genannten Aspekte aufgezeigt und konkrete Lösungsansätze dargestellt werden.
Die Hawesko-Gruppe ist der führende Anbieter von Weinen und Champagnern mit den drei Vertriebskanälen Retail, B2B und E-Commerce. Hawesko und seine unterschiedlichen Töchter müssen jedes Jahr Stammdaten von Weinen und Erzeugern im sechsstelligen Bereich verarbeiten.

Hawesko verfolgt seit langem das Ziel, das Problem der fehlerhaften und unvollständigen Datenqualität im Handel in Zusammenarbeit mit den Erzeugern sowie des hohen manuellen Pflegeaufwands zu reduzieren. Probleme entstehen besonders bei der Aufnahme von verkaufs- und LMIV-relevanten Produktinformationen, die von Erzeugern über Distributeure hin zu Handelspartner bereitgestellt werden müssen. Als konkrete Beispiele seien genannt: Erzeugeradresse, Alkoholgehalt oder Sulfit-Angaben etc.

Deshalb verfolgte Hawesko die Anbindung und Nutzung des Weininformationsnetzwerk (WIN) der Berliner Softwarefirma Euvino. Hawesko nutzt als integriertes Warenwirtschaftssystem SAP ERP.
Das WIN kann als Broker zur brancheninternen Datenkommunikation verstanden werden. WIN ermöglicht es, Winzern die Produktdaten von bis zu 170 Attributen pro Wein für den Handel bereitzustellen.

Mit dem Netzwerk können Prozesse bei der Produktanlage bzw. der Verarbeitung von Weindaten integriert und damit deutlich effizienter gestaltet werden. Produktanfragen der Handelspartner werden zentral über WIN an die Winzer gestellt, Produktdaten nur einmalig von Erzeugern erfasst, und automatisiert in die Warenwirtschaftssysteme der Handelsunternehmen übernommen.

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Technische Realisierung

Das Wein-Informationsnetzwerk WIN stellt den Winzern ein Webportal zur Verfügung, in dem diese ihre Produkte samt den zugehörigen Stamm- und Analysedaten selbst hinterlegen. Zu jedem Produkt (Name und Jahrgang) wird eine eindeutige WIN-ID vergeben.

Ein Weinhändler wie Hawesko kann nun auf der WIN-Webseite nach Produkten suchen und sich die Daten der Produkte anzeigen lassen. Auf Basis der WIN-ID ist es aber auch möglich, diese Daten aus WIN auszulesen und direkt in das SAP ERP-System zu importieren. Im SAP kann damit ein Artikeldatensatz direkt mit den Daten des Winzers verknüpft werden. Auf Knopfdruck lassen sich damit Dutzende von Analysedaten und weiteren Produkteigenschaften aktualisieren. Das zeitaufwändige manuelle Einpflegen dieser Daten kann entfallen.
Falls ein Produkt noch nicht im WIN angelegt ist, kann der Einkauf den Winzer direkt aus SAP ERP heraus auch bitten, das Produkt in WIN anzulegen. Hierzu muss lediglich die WIN-ID des Winzers bekannt sein. Der Winzer wird per Mail über den Datenwunsch benachrichtigt. Sobald die Stammdaten des Produktes vollständig angelegt wurden, wird der Einkauf durch WIN benachrichtigt, dass die Weindaten jetzt übernommen werden können. Dies kann der Einkauf dann direkt über die Artikelstammpflege des SAP ERP anstoßen.

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Als Technik zur Kommunikation zwischen ERP und WIN werden SOAP-Schnittstellen verwendet. Auf SAP-Seite kommt hierbei ein SAP-PO-System zum Datentranfer zum Einsatz. Das SAP-PO beherrscht zum einen die SOAP-Kommunikation, die es auch protokolliert. Gleichzeitig spricht es auch die SAP-typische Sprache der IDocs und (in diesem Fall) der RFCs und kann die Daten damit ins ERP einspielen. Die Kommunikation zwischen WIN und dem Winzer erfolgt über ein Webportal. Der Winzer, der typischerweise nur eine überschaubare Zahl von Produkten erzeugt und häufig nur kein eigenständiges Warenwirtschaftssystem nutzt, benötigt zur Kommunikation mit WIN nur einen Webbrowser. Die Kommunikation zwischen WIN und dem Winzer kann über ein einfaches Webportal online erfolgen.

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